Eben ist seine zweite Graphic Novel erschienen: «Das Leuchten im Grenzland». Inspiriert ist die Geschichte von Pirmin Beelers Grossmutter.
Gaston, Blake und Mortimer oder Valerian und Veronique hiessen die Helden in Pirmin Beelers Kindheit. Es sind alles Figuren aus Comicbüchern. Für ihn war als Bub klar, dass er auch mal solche Geschichten zeichnen möchte. “Ich hatte einfach keine Ahnung, wie sowas geht”, erzählt er.
Wie es mit solchen Träumen ist, sie verblassen mit der Zeit – aber ganz verschwinden tun sie nicht. Mit dreissig entschloss er sich, für den Vorkurs an der Kunsthochschule zu bewerben und begann ein Jahr später ein Studium Illustration Fiction in Luzern. Seitdem gibt es kaum Tage, an denen er nicht den Stift in der Hand hält. Ausserdem hat er gerade sein zweites Buch im Verlag Edition Moderne herausgegeben: Das Leuchten im Grenzland. Die Geschichte handelt von Nino, der als Teenager mit seinem Mofa über die Alpen fahren wollte. Und seiner Grossmutter, die den umgekehrten Weg mit dem Zug zurücklegte, als sie als junge Frau von Italien in die Schweiz kam, um in der Textilindustrie zu arbeiten. Inspiriert ist die Erzählung vom Leben seiner eigenen Grossmutter.


«Ein wunderbares Buch über Zuversicht, Träume und Veränderung – und das Leben überhaupt.»
Mathias Heller, NDR Kultur
Höchste Konzentration und Ruhe
Die Helden seiner Kindheit hat Pirmin hinter sich gelassen, er hat eine andere Art gefunden, mit Bildern Geschichten zu erzählen. Seine Bücher gehören ins Genre Graphic Novels. Illustrierte Romane, die sich an ein erwachsenes Publikum richten. Er entwickelt alles von Grund auf selbst: Er schreibt Skript und Dialoge, entwickelt seine Figuren und recherchiert über ihre Lebenswelten. Dann entsteht ein Storyboard, von dem er dann Panel für Panel zeichnet und schliesslich alles mit Aquarellfarben coloriert. Diese analoge Herangehensweise ist typisch für Pirmins Arbeit. Natürlich steht in seinem Atelier auch ein Computer, aber seine Geschichten entstehen auf dem Papier, in höchster Konzentration und Ruhe.

Die gewohnte Umgebung verlassen
Ganz anders sind die Bedingungen, wenn Pirmin in seinem Skizzenbuch arbeitet. Dafür verlässt er sein Atelier, geht nach draussen oder besucht ein Museum. Sehr wichtig und produktiv ist für ihn das Reisen: Weggehen aus der gewohnten Umgebung und eintauchen in ein fremdes Land, eine unbekannte Stadt. Auch wenn – oder gerade weil – vieles anstrengender ist, wie zum Beispiel in Indien. «Dort ist das Zeichnen praktisch nie angenehm. Es ist heiss, die Hand klebt am Papier, dafür springen dich die Sujets förmlich an.» Vieles ergibt sich auch erst unterwegs: In Mexiko City stand er gleich am ersten Tag durch Zufall vor den Murales von Diego Riviera und beschäftigt sich dann während der ganzen Reise mit dem Künstler. In New York fand er gefallen an Food-Trucks – und eine neue Leichtigkeit beim Zeichnen im Skizzenbuch. Und im letzten Herbst während des Urlaubs in Griechenland hielt er Ausschau nach alten Mofas: Das Skizzieren von alten Fahrzeugen macht ihm, dem Technikbanausen, einfach Spass.


Pirmin Beeler bei merz und moritz
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Postkarten „Griechenland“3.50CHF
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Postkarten „Indien“3.50CHF